Auswirkungen von Waldbränden in der Ukraine in der Schweiz (Stand 15.4.2020)

Bei aktuellen Waldbrände in der Ukraine, auch in der Sperrzone um Tschernobyl, wird erneut Radioaktivität (in erster Linie Cs-137) in die Atmosphäre freigesetzt.

Sollten Spuren dieser Radioaktivität bis in die Schweiz verfrachtet werden, so würden sie durch die vom BAG betriebenen Hochvolumen-Aerosolfilter (HVS) erfasst werden. Es sind sechs Stationen in Betrieb, deren Filter einmal in der Woche ans Messlabor gesandt werden. Die Messresultate werden anschliessend auf www.radenviro.ch publiziert:

Das BAG verfolgt die aktuelle Situation seit Beginn der Brände am 6. April und steht in Kontakt mit den anderen europäischen Messstellen von luftgetragener Radioaktivität und mit der schweizerischen Alarmzentrale (NAZ). Bisher wurden – mit Ausnahme von den Messstellen in der Ukraine selber – keine erhöhten Werte kommuniziert. In der Schweiz blieben die Werte für Cäsium-137 bisher im üblichen Rahmen , d.h. unterhalb oder nahe bei 1 mikro-Bq/m3. Solche kleinste Spuren gelangen durch Resuspension von in den Böden vorhandenem Cäsium-137 in die Aerosolfilter. Ursprung des Cs-137 in den Böden der Schweiz sind Ablagerungen nach dem Unfall von Tschernobyl 1986 sowie zur Zeit der oberirdischen Atombombentests in den 1960er Jahren.

Wenn es die Situation erfordert kann die Sammelzeit der HVS-Proben verkürzt werden, um die Bevölkerung zeitnah zu informieren. Angesichts der in der Ukraine selber gemessenen Werte und gestützt auf Ausbreitungsrechnungen von verschiedenen europäischen Institutionen (siehe z.B. IRSN) kann ein gesundheitliches Risiko in der Schweiz ausgeschlossen werden. Bei einer unerwartet starken Erhöhung der künstlichen Radioaktivität in der Luft könnte das ebenfalls vom BAG betriebene URAnet Aero Messnetz mit Echtzeitmessung schnell Ergebnisse liefern (https://www.radenviro.ch/de/reseaux-automatiques-2/uranet-aero/ ). Hingegen sind die Messnetze NADAM und MADUK, die rasch eine Erhöhung der Dosisleistung feststellen können, nicht geeignet eine allfällige Kontamination mit Cs-137 bestimmen zu können.

 

Weblinks: IRSN

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